Zehnminütiger Blackout. Hornets geben den Sieg aus der Hand

Und täglich grüßt das Murmeltier. Wenn man die Personalsituation der Hornets in dieser Saison betrachtet, dann passt das Sprichwort wie die Faust aufs Auge. Von Entspannung keine Spur. So mussten die Hornets auch am fünften Spieltag, bei ihrer Auswärtsreise nach Birkesdorf, zahlreiche Ausfälle verkraften und griffen mit Kristoffer Lingner und Michael Ehlert auf zwei PSC – Urgesteine zurück. Beide schnüren ihre Schuhe inzwischen für die Zweitvertretung. Da auch die Hausherren aus Birkesdorf auf wichtige Akteure verzichten mussten, war ein Spiel auf Augenhöhe wahrscheinlich. 

Durch den längerfristigen Ausfall von Regisseur Martin Mokris und der noch immer nicht auskurierten Verletzung von Lars Jäckel, musste Kelvin Tacke auf Rückraum Mitte neue Kräfte installieren. Neuzugang Sebastian Zeyen bekleidete die Spielmacherposition, flankiert von Waldecker und Jan Giesen auf den Halbpositionen, sowie der Flügelzange Bartsch und Bleckat. Geerkens komplettierte die Anfangsformation am Kreis und Tim Giesen hütete das PSC – Gehäuse. 

Die Hornets legten einen Traumstart hin und führten nach drei Minuten mit 0:3. Zu verdanken war dies Tim Giesen im Tor, der einen Sahnetag erwischte und zu Beginn mehrereWurfversuche der Hausherren entschärfte. Eine unberechtigte frühe Zeitstrafe gegen Geerkens ließ die Hausherren in der Partie ankommen. In Überzahl verkürzten sie auf 2:3. Doch den besseren Eindruck machten in der Anfangsphase die Hornets. Zeyen spielte stark auf und führte klug Regie, so dass er selbst zum 2:4 traf und das 3:5 durch Jan Giesen mustergültig vorbereitete. Die Spielanlage der Grün – Weißen wusste zu gefallen, und da Tim Giesen sein Niveau kontinuierlich nach oben schraubte und gleich zwei Strafwürfe des TV parierte, setzten sich die Hornets auf 3:7 ab und zwangen die Hausherren zur Auszeit. Diese verfehlte den erhofften Effekt, denn die PSC – Akteure spielten diszipliniert weiter und konnten ihren Vorsprung halten. In der Folge wirkte es fast so, dass die Hornets gewillt waren, bereits frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen und die Partie vorzuentscheiden. Dieser Schuss ging nach hinten los. Statt die Angriffe, wie bis zu diesem Zeitpunkt,konsequent und geduldig auszuspielen, reihten sich überhastete Angriffsbemühungen aneinander und holten die Hausherren somit zurück ins Spiel. Urplötzlich stand es 10:11. Die Schlussphase der ersten Hälfte blieb hart umkämpft, in der sich die Hornets wieder fingen und zumindest mit dem 11:14 durch Jacoby in die Pause gingen.

Der auffällige Zeyen erzielte nach einer starken Abwehraktion das erste Tor des zweiten Durchgangs (11:15). Es folgte die stärkste Phase der Hornets, in der sie, gestützt auf ein starkes Paket aus Abwehr und Torhüter, die Angriffsbemühungen der Hausherren im Keim erstickten. Vorne wurden die Angriffe nun wieder geduldig vorgetragen und immer wieder gute Lösungen gefunden, so dass aussichtsreiche Torchancen resultierten. Der auffällige Geerkens am Kreis und Bleckat von der 7 – Meter – Linie besorgten das 12:17. Was sich in den folgenden zehn Minuten abspielte, glich jedoch einem schlechten Film. In doppelter Überzahl fingen sich die Hornets zwei kuriose Gegentore, nachdem gefühlt jeder Abwehrspieler der Hornets einmal am Ball war, nur damit das Spielgerät doch wieder bei einem BTV Spieler landete. Und vorne reihten sich Kuriositäten aneinander. Sechs Wurfversuche in Folge landeten am Pfosten, so dass sich die Torflaute über einen Zeitraum von zehn Minuten erstreckte, welche die Hausherren nutzten, um wieder ins Spiel zu kommen. Urplötzlich führte der BTV mit 19:17 (44.). Kelvin Tacke versuchte seine Mannschaft aus diesem Tief zu befreien und nahm eine Auszeit. Doch die Überzeugung aus den vorigen Minuten war verschwunden. Im Angriff agierten die Hornets nun zunehmend unsicher, bis Zeyen und Jan Giesen endlich den Bann brachen und zum 19:19 ausgleichen konnten. Zu allem Überfluss verletzte sich Ehlert am Fuß. Für ihn ging es nicht weiter. Die Schlussphase entwickelte sich zum Krimi, in einem Spiel, welches bereits vorentschieden zu sein schien. Die Hornets schafften es tatsächlich erneut in Führung zu gehen (20:22), nur um sich durch eine rote Karte gegen Waldecker wieder selbst in die Bredouille zu bringen. Die folgende Überzahl nutzte Birkesdorf für den erneuten Ausgleich. In den letzten fünf Minuten wechselte die Führung zweimal, so dass die beiden Treffer der rechten Pulheimer Seite durch Bleckat und Giesen das 24:25 bedeuteten. Die Hausherren hatten jedoch noch über eine Minute Zeit, den Ausgleich zu erzielen, was trotz einer leidenschaftlichen Deckungsleistung der Hornets in den Schlussminuten auch gelang. Eine wilde Partie endete mit 25:25. 

Die Hornets haben den Sieg leichtfertig aus der Hand gegeben und konnten mit dem Teilerfolg nur bedingt leben. Nun steht eine längere Pause an, die dem PSC mehr als gelegen kommt. So hofft man im PSC – Lager die Akkus, vor allen Dingen im mentalen Bereich, wieder aufladen zu können, und ggf. stößt der ein oder andere Akteur wieder zur Mannschaft, so dass wieder mehr Optionen zur Verfügung stehen. 

Statistik:

Tor: Tim Giesen, Midell (n.e)

Bartsch, Waldecker (3), Semeraro (n.e.), Jacoby (2), Jan Giesen (6/1), Ehlert, Lingner, Geerkens (5), Bleckat (4/2), Zeyen (5), Romberg